Reha im Vogelparadies Wattenmeer

Beobachtungen verschiedener Vogelarten rund um die Klinik Borkum Riff

Vor dem Notausgang sitzt ein Pfau. Ein Pfau? Ja, tatsächlich kommt dieser hübsche blau-grüne Vogel regelmäßig zu Besuch zur Rehaklinik Borkum Riff der Deutschen Rentenversicherung Bund. Er lebt auf dem weitläufigen Klinikgelände und dessen Umgebung, nachdem er aus einem Gehege geflüchtet ist.

Inmitten der weitläufigen Dünenlandschaft der Insel Borkum, weit draußen vor der Küste, dort wo sich Wattenmeer und Nordsee treffen, liegt die Rehaklinik.  Aufgrund der Lage der Insel etwa 15 km vor der Festlandsküste herrscht hier schon raues Hochseeklima.  Wind, Salz und Sonne reizen den Körper und stärken die Abwehrkräfte. Die salzreiche Luft ist besonders heilsam für Lungenpatienten und tut auch bei Hautkrankheiten gut. Allergiker können in der schadstoff- und allergenarmen Luft richtig durchatmen, ebenso wie die übrigen Urlauber, die auf die Insel reisen. Insgesamt kommen jährlich ca. 300.000 Urlaubsgäste nach Borkum und etwa 16.500 Patienten in sechs Rehakliniken.

Die vielfältige Natur der etwa 10 km langen Insel im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer lädt zu stundenlangen Erkundungen von Strand, Dünen, Wäldchen, Wiesen, Deich und Watt ein. Und lockt auch zahlreiche tierische Gäste an. Jahr für Jahr rasten zwei Millionen Zugvögel im Frühjahr und Herbst im Niedersächsischen Wattenmeer auf der Reise vom Winterquartier im Süden ins Brutgebiet im Norden und zurück. Einige Vögel verweilen aber auch zum Brüten auf der Insel, andere nutzen sie als Winterquartier und viele Arten sind immer auf der Insel anzutreffen. Bei einer Zählung im Oktober 2020 konnten 155 verschiedene Vogelarten innerhalb von einer Woche auf Borkum festgestellt werden und im Frühjahr 2020 brüteten ca. 80  Vogelarten auf der Insel.

Auch rund um die Klinik sind für Rehabilitanden und Mitarbeiter besondere Vogelbeobachtungen möglich, oftmals sogar direkt vor dem Fenster. Aus den oberen Stockwerken, wo sich die Zimmer der Rehabilitanden sowie die Stations- und Arztzimmer befinden, kann man weit über die Dünen blicken, von ganz oben sogar bis zur Nordsee. Aber auch die Mitarbeiter, die im Erdgeschoss arbeiten, können zur Augenentspannung den Blick vom Bildschirm nach draußen ins Grün der reich bepflanzten Innenhöfe oder in die mit Strandhafer, Sanddorn, Rosen und Kiefern bewachsenen Dünen rund um die Klinik schweifen lassen.  Dort stolzieren Fasane durchs Gras, oftmals beobachtet von Greifvögeln wie Turmfalke und Rohrweihe, die aber nach kleinerer Beute Ausschau halten.

In den Innenhöfen finden im Gebüsch versteckte Bruten statt. Im Juni tauchen dann plötzlich Amselküken auf, die mit weit geöffnetem Schnabel bei der Mutter die Fütterung mit Würmern oder Insekten erbetteln. Auf einem Fenstersims brütet jährlich, geschützt durch ein Gitter, eine Bachstelze, die auf den Flachdächern nach Nahrung sucht. Türkentauben bauen Nester in den Büschen des Innenhofs und zu allen Jahreszeiten suchen Amseln und Spatzen auf den Rasenflächen nach Nahrung. Im Winter ernten die Amseln zusätzlich die schmackhaften roten Früchte der Stechpalmenbüsche.

Der größte Teil der Zugvögel, die ins Wattenmeer kommen, gehört zu den Watvögeln, die mit ihren langen Schnäbeln im Watt oder am Strand nach Nahrung stochern und deswegen normalerweise nicht auf dem Klinikgelände zu beobachten sind. Nur der Austernfischer. Der sucht sich nämlich seine Brutplätze überall auf der Insel: in der Salzwiese, in den Dünen und auf Flachdächern. Die hat auch die Klinik anzubieten. Und zwar farbenprächtig bewachsen mit bunten Trockenrasen aus Gräsern, Löwenzahn, grauen Flechten und gelb blühendem Mauerpfeffer mit grün-roten Blättern. Bei Insekten sind außerdem  die blauen Blüten des Natternkopfs beliebt.

Jedes Frühjahr findet sich dort ein Austernfischerpaar ein, das seine Eier in einer Nestmulde zwischen den niedrigen Pflanzen ausbrütet. Im Mai sind dann die flauschigen, grau-weißen Küken auf dem Dach vor den Stationszimmern zu beobachten. Sobald allerdings ein Greifvogel über der Klinik kreist, rufen die Eltern die Kleinen, damit sie ganz schnell in der Deckung der Brüstung verschwinden. Hat sich die Lage wieder entspannt, stochern sie zwischen den Gewächsen des Dachs nach Futter. Sobald ein Regenwurm gefunden wurde, kommen die Jungen hungrig angerannt. Dies ist zur Freude aller aus vielen Patientenzimmern und auch oftmals von den Schwestern und Pflegern vor den Fenstern der Stationszimmer zu beobachten. Im Juni beginnen die jungen Austernfischer mit den Flügeln zu schlagen, machen erste Flugversuche und sind dann eines Tages vom Dach verschwunden.

Morgens kann es sein, dass man mit lautem Tröten auf dem Klinikgelände begrüßt wird. Karneval auf Borkum? Nein, der Pfau sitzt auf dem Dach des Speisesaals und begrüßt die ankommenden Mitarbeiter, die ihn zunächst „Emily-Anton“ getauft hatten. Da sich aber keine farbenprächtigen Schwanzfedern entfalteten, sondern nur der Hals grünblau gefärbt ist während der Rest grau bleibt, ist inzwischen klar, dass es sich um eine Emily handelt.

Wir freuen uns, dass wir in einer so schönen Umgebung arbeiten dürfen, die auch unseren Rehabilitanden hoffentlich eine gute Genesung und Erholung vom Alltag bringt. Um nicht ungebetenen Besuch zu bekommen, muss jedoch immer der Hinweis an den Außentüren im ersten Stock beachtet werden: „Halten Sie die Türen nach draußen geschlossen, auf der Dachterrasse ist ein Pfau!“

 

Folgende Vogelarten wurden rund um die Klinik beobachtet:
AmselZaunkönigFasanAusternfischer
SingdrosselHaussperlingBlauer PfauLachmöwe
BlaumeiseHeckenbraunelleBuntspechtSilbermöwe
KohlmeiseRotkehlchenDohleSturmmöwe
BuchfinkStarElsterBrandgans
GrünfinkKuckuckRabenkrähe 
BachstelzeTürkentaubeSperber 
FeldlercheRingeltaubeTurmfalke 
HausrotschwanzHohltaubeRohrweihe 

 

Claudia Thorenmeier, Bernd Wolf   (Januar 2021)

Zusatzinformationen

Anschrift

Reha-Zentrum Borkum | Klinik Borkum Riff

Hindenburgstrasse 126 | 26757 Borkum
Tel. 04922 - 302 0 | Fax 04922 - 302 682

mail: Reha-Klinik.BorkumRiff@drv-bund.de

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